Historische Wasserkraft wird durch Mixed Reality lebendig




Die Stadt Saarburg macht Geschichte greifbar: Im Städtischen Museum Amüseum am Wasserfall ist ab sofort ein neues Bildungsangebot verfügbar. Mit Hilfe von Mixed-Reality-Technologie (MR) können Gäste die historische Wasserkraftanlage und die Bedeutung regenerativer Energien auf neue Weise erleben. Ein neuer Videotrailer bietet unter https://youtu.be/gTChGaow3SA bereits einen ersten immersiven Vorgeschmack auf die virtuelle Zeitreise.
Das Bildungsprojekt rückt die historische Francis-Turbine aus dem Jahr 1936 in den Fokus. Nach der aufwendigen Sanierung der Anlage in den Jahren 2022 und 2023 wurde der Turbinenraum touristisch aufwertet. Neben einem Erklärfilm in deutscher und englischer Sprache und einer Audiotour, der Lauschtour, ergänzt die Mixed Reality nun die digitalen Angebote des Museums am Wasserfall.
„Wie Energie genau im inneren der Wasserkraftanlage entsteht, konnten sich die Besucherinnen und Besucher bisher nur grob vorstellen. Mit der Mixed Reality kann man in die Anlage blicken, sie historisch und im Bezug auf die Nachhaltigkeit einordnen und spielerisch erfahren“, erklärt Stadtbürgermeister Andreas Reymann.
Museumsgäste nutzen eine fest im Raum installierte Brille. Neben der festen Station ist auf Anfrage eine zweite, mobile MR-Brille verfügbar, um das Erlebnis flexibel zu gestalten.
Durch die Brille beginnt automatisch eine rund 7 Minuten lange animierte Zeitreise, die die Entwicklung der Wasserkraft in Saarburg vom 12. Jahrhundert bis in die Gegenwart veranschaulicht.
Das Vorhaben ist als pädagogisches Projekt im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und gemeinsam mit dem Naturpark Saar-Hunsrück konzipiert. Ein virtueller Guide – Johann Fischer Jung – nimmt die Gäste mit zu den Ursprüngen der Energiegewinnung in Saarburg. Johann Fischer Jung war der Begründer der Wasserkraft und Eigentümer der ersten Anlage im Amüseum. Die Anwendung vermittelt dabei fundiertes Wissen über:
- Technische Funktionsweise: sie zeigt eine detaillierte Darstellung von Einlaufkammer, Turbine und Generator.
- Spielerisches Lernen: Ein virtueller Avatar führt als Guide durch die Anwendung. Am Ende der Anwendung lädt ein digitales Quiz ein, das erlernte Wissen zu testen.
- Interaktive Elemente: Nutzer können die Wasserzufuhr durch Augensteuerung simulieren.
- Ökologische Bedeutung: Veranschaulichung der CO2-Ersparnis und der Auswirkungen der Wasserkraft auf den Klimaschutz.
Die Firma Excit3D aus Solingen hat die Anwendung erschaffen.
Besuch planen & Tag des Wassers
Das Amüseum am Wasserfall ist täglich von 11 bis 16 Uhr geöffnet (außer samstags). Weitere Informationen zur Anlage und zum Projekt finden Interessierte unter www.saarburg.de/wasserkraft; Informationen zum Museum auf www.amueseum-saarburg.de
Ein besonderes Highlight erwartet die Besucher am 22. März zum Tag des Wassers: Das Museum nimmt mit einem Sonderprogramm teil, das neben einem Fachvortrag nicht nur die Historie, sondern auch mit der Mixed Reality die Bedeutung der Anlage für die Zukunft in den Fokus rückt.
Für Schulen und weitere Interessierte bietet die Stadt auf Anfrage spezielle Führungen mit geschulten Museumsführern an, die noch tiefergehende, auch technische Informationen, vermitteln.
Das Projekt wurde zu 80 Prozent durch den Naturpark Saar-Hunsrück e. V. mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz gefördert.


